Handelsblatt Mindshift
- Autor: Vários
- Narrador: Vários
- Editora: Podcast
- Duração: 87:06:53
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Informações:
Sinopse
In insgesamt sechs Folgen sprechen wir mit spannenden Gästen aus Wirtschaft und Politik über deren Vorstellungen und Ideen zu Diversity und darüber, was gute Führung ausmacht. Wir glauben: Die Arbeitswelt der Zukunft und damit auch das Leadership braucht ein Umdenken. Braucht Querdenken und Regelnbrechen und eine Neubelegung der Tasten im Kopf – kurz: einen Mindshift. Unser Podcast ist für alle Führungskräfte, Manager:innen, Mitarbeiter:innen und Macher:innen interessant. Es erwarten Euch sechs Erfolgsgeschichten inspirierender Personen, um aus deren Erfahrungen zu lernen. Praxiswissen und Insider-Tipps zu Leadership und Vielfalt, die Ihr in keinem Buch findet. | Werbung: Wenn Sie nach dem Hören Lust auf noch mehr Denkanstöße haben und vielleicht auch selbst aktiv werden wollen, möchten wir Ihnen das Leader.In-Netzwerk ans Herz legen – unser Partner für diese Podcast-Staffel. Mehr Informationen dazu unter www.leaderin.de | Produktion: Michael Schumacher, Sandra Bojko
Episódios
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Axa-Personalchefin über Transformation: „Die Veränderungsbereitschaft in Unternehmen wird wahnsinnig überschätzt“
14/02/2022 Duração: 39minWer Sirka Laudon fragt, was er tun muss, damit sein Transformationsprojekt im Unternehmen scheitert, der bekommt diese Anleitung: „Dann sollte er wenig Motivation ausstrahlen, lieblos den Zielzustand skizzieren, sich mit allen Stakeholdern verkrachen, die Struktur und die Prozesse so lassen, wie sie sind, und nur an die Kultur und das Verhalten appellieren.“ Die Personalchefin von Axa Deutschland ist überzeugt, dass viele Unternehmen, die Veränderungen anstoßen wollen, zu sehr auf Haltung und Mindset ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen. Dabei seien Struktur- und Prozessveränderungen wirksamere Treiber, aus denen dann automatisch eine andere Kultur „herauspurzelt“. Grundsätzlich findet die 53-jährige Psychologin, die vor ihrem Job als Vorständin beim Versicherer Axa schon einige Transformationsprojekte bei Otto, Axel Springer und der Deutschen Bahn begleitet hat: „Veränderungsbereitschaft ist etwas, das wahnsinnig überschätzt wird in Unternehmen.“ Man habe den Eindruck, dass die Menschen per se nur
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Tandemploy-Gründerinnen über Jobsharing: „Jede Personalabteilung hat das heute auf ihrer Agenda“
31/01/2022 Duração: 32minAnna Kaiser und Jana Tepe setzten schon auf Jobsharing, als eine solche Idee noch als exotisch galt. Sie erklären, warum das nicht gleich Teilzeit bedeutet. Die Geschichte von Anna Kaiser und Jana Tepe ist vor allem eine, bei der zwei Menschen zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren. Als die beiden 2013 noch in einer Personalberatung arbeiteten, bekamen sie eine Bewerbung mit der Bitte, sich die Stelle mit einer zweiten Person teilen zu dürfen. Eine kurze Google-Recherche zeigte, dass der Suchbegriff „Jobsharing“ in Deutschland kaum Ergebnisse lieferte – die Idee zum Start-up „Tandemploy“ war entstanden. Knapp neun Jahre später wollen viele Unternehmen flexible Arbeitsmodelle anbieten – auch coronabedingt. Anna Kaiser und Jana Tepe profitieren von dieser Entwicklung: „Jede Personalabteilung hat das heute irgendwie auf ihrer Agenda“, erzählen die beiden Gründerinnen im Handelsblatt-Podcast „Rethink Work“. Ihr Unternehmen hat mittlerweile 30 Mitarbeitende und bietet mit seiner Software neben Jobsharing auc
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Fritz-Kola-Gründer über Krisen und Fehler als Unternehmer: „Es ist ok, wenn man Bockmist baut“
17/01/2022 Duração: 37minÜber die Jahre hat Mirco Wolf Wiegert viele Aufs und Abs beim selbsternannten Coca-Cola-Angreifer erlebt. Und obwohl der Umsatz im Lockdown dramatisch einbrach, ist Corona nicht die größte Krise. Als Mirco Wolf Wiegert und sein Kumpel Lorenz Hampl 2003 als Studenten Fritz-Kola gründeten, da hatten sie drei Dinge: 7000 Euro aus ihren gekündigten Bausparverträgen, einen alten VW-Bus und einen gebrauchten Golf. Heute – gut 18 Jahre und reichlich „Bockmist“ später – ist der selbsternannte Coca-Cola-Angreifer ein „richtiges Unternehmen“, wie Wiegert sagt, mit einem geschätzten Umsatz von rund 50 Millionen Euro im Jahr 2019 und 280 „Fritzen“, also Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Allerdings ohne Hampl, der 2016 bei Fritz-Kola ausgestiegen ist, was Wiegert „physisch, psychisch und auch finanziell“ an seine Grenzen gebracht hat. Die Trennung von seinem Mitgründer und Freund war für den 46-Jährigen und das Unternehmen eine noch größere Krise als Corona, sagt er nach fast zwei Jahren Pandemie. Dabei sind die Haupt
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„Wir gehen auf Zeiten zu, in denen wir nicht mehr über Arbeitslosigkeit, sondern über Arbeiterlosigkeit sprechen werden“
03/01/2022 Duração: 27minEntlassungen, Flucht ins Beamtentum oder freiwillige Massenkündigungen - wie wirkt sich die Pandemie auf den Arbeitsmarkt aus? Petra von Strombeck, Chefin der New Work SE und damit auch von Xing, gibt einen Ausblick auf das Jahr 2022. Als Petra von Strombeck im Mai 2020 Vorstandsvorsitzende der New Work SE wurde, befand sich Deutschland mitten in der ersten Corona-Welle. Ihre Aufgabe: Die Plattformen des Unternehmens, zu denen unter anderem das Karrierenetzwerk Xing, die Jobbewertungsplattform Kununu und das E-Recruiting-Produkt Prescreen gehören, neu ordnen. Seit ihrem Antritt ist die Pandemie nicht weggegangen, von Strombeck musste knapp 2000 Mitarbeitende größtenteils aus dem Home Office führen. Dabei konnte aber auch Einblicke in jene Themen gewinnen, die sowohl ihre Teams als auch die knapp 20.000 Arbeitnehmer und Arbeitgeber auf Xing beschäftigen. In der ersten Folge im neuen Jahr von Handelsblatt „Rethink Work“, dem Podcast rund um Mensch, neue Arbeitswelt und Führung, teilt von Strombeck ihre Erkenntn
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„Ein vollständig resilienter Mensch? Das ginge schon in Richtung Erleuchtung“
20/12/2021 Duração: 37min„Ein vollständig resilienter Mensch? Das ginge schon in Richtung Erleuchtung“ Karim Fathi ist Resilienzforscher und erklärt im Podcast, wie man mit Stress umgeht – gerade vor Weihnachten. Seine eigene seelische Widerstandsfähigkeit wurde früh auf die Probe gestellt. Für viele sind die letzten Tage im Jahr nochmal richtig stressig: Auf der Arbeit ist Endspurt angesagt, die neue Coronavariante sorgt für Unsicherheit, Homeofficemüdigkeit greift um sich, im Kindergarten grassiert Magen-Darm. Und auf einmal ist Weihnachten und alle sollen entspannt sein. Wie das funktionieren kann, das weiß Karim Fathi. Der 42-Jährige ist Berater, Dozent, Coach, Autor, Konflikt- und Resilienzforscher. Als selbsterklärter „begeisterter Problemlöser“ bietet er Trainings und Beratungen für Unternehmen an, aber auch für Organisationen wie Flüchtlingsheime. Dabei geht es darum, wie man besser mit Stress umgeht (Fathi: „Resilienz muss nicht heißen, dass ich immer Stress vermeide“) und seine ganz persönliche Resilienz-Strategie entwickel
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„Ich hab mich auf die fünf Prozent konzentriert, die Bock hatten.“
06/12/2021 Duração: 30minTobias Krüger wollte den Kulturwandel in der Otto-Group umsetzen. Nun hat er gekündigt. Im Podcast spricht er über seine Erfahrungen im Konzern – und was andere von ihm lernen können. Als Inhouse-Stratege bekam Tobias Krüger 2016 die Aufgabe, das Team „Kulturwandel 4.0“ in der Otto-Group zu leiten– ein Team mit der nicht gerade kleinen Aufgabe, für die mehr als 50.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Konzerns eine neue Arbeits- und Führungskultur einzuführen. Dafür gab es nicht nur viel mediale Aufmerksamkeit – auch andere Unternehmen wollen, beschleunigt durch die Corona-Entwicklungen, von Krüger wissen: Wie macht ihr das bei Otto? Im September 2021 hat Tobias Krüger dann verkündet, dass er die Otto-Group verlassen hat – um sich selbstständig zu machen. „Das ist derbe das Himmelfahrtskommando gewesen“, sagt Krüger im Rückblick auf seine Rolle bei Otto als Gast im Podcast Handelsblatt Rethink Work.“ Trotzdem hat er es auf diversen Wegen versucht, den Kulturwandel voranzutreiben – mit Roadshows, duzen au
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„Frau Gerpott, wie verändern Homeoffice und Video-Calls unsere Statussymbole?“
22/11/2021 Duração: 26min„Wir sollten nicht versuchen, davon loszukommen, uns über Statussymbole darstellen zu wollen“, sagt Fabiola Gerpott. Ja, vielleicht könnten wir in einer Welt ohne Statussymbole besser und befreiter arbeiten, weil es dann keine Konkurrenz und kein Neid gäbe. Das aber ist unrealistisch, weiß die 32-Jährige, denn jeder Mensch hat Statussymbole – im Job wie privat. Und weil das so ist, rät sie, das Beste daraus zu machen: „Wir sollten Statussymbole als Teil unserer Identität und unserer Selbst annehmen und zelebrieren.“ Die Professorin für Personalführung an der privaten WHU Otto Beisheim School of Management forscht schon länger zu Statussymbolen. Sie untersucht zum Beispiel, wie sich Klassiker wie Dienstwagen, eigenes Büro, Vielflieger-Status und Co. über die Jahre verändern. Vor allem in Corona-Zeiten passiert Einiges: Viele Menschen sitzen im Homeoffice und können Kolleginnen, Chefs und Kunden nur noch durch eine kleine Kachel zeigen, wer sie sind und was sie ausmacht. Welche virtuellen Meeting-Typen gibt
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Herr von Hoensbroech, was können Führungskräfte von einem Orchester lernen?
11/11/2021 Duração: 32minRaphael von Hoensbroech ist Konzerthaus-Chef, Dirigent und Ex-Berater. Er glaubt: Dirigieren gehört für Führungskräfte zum Alltag. Deswegen treffen sie in seinen Seminaren auf echte Musiker. „Das Orchester entscheidet innerhalb von fünf Minuten, ob es mit oder gegen den Dirigenten spielt“, sagt Raphael von Hoensbroech. Und er weiß: Dieser ernüchternde Befund gilt auch für Teams, ganze Unternehmen und ihre Chefinnen und Chefs. Als Wandler zwischen Musik und Wirtschaft hat der 44-Jährige schon einige „Revolten“ erlebt, in Orchestern und Firmen. Er studierte Musik (Geige), Jura und Philosophie und lernte nebenher das Dirigieren. Acht Jahre arbeitete er als Unternehmensberater. Heute ist er Intendant und Geschäftsführer des Konzerthaus Dortmund. Von Hoensbroech glaubt: Dirigieren gehört für Führungskräfte zum Alltag – und vom Orchester lässt sich viel lernen. Deswegen treffen Managerinnen und Manager in seinen Führungskräfte-Seminaren auf echte Musiker. Sie sollen hautnah erleben, warum Revolten im Orcheste
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ab 11.11. auf diesem Kanal: Handelsblatt Rethink Work
10/11/2021 Duração: 01minHandelsblatt Rethink Work: Der Podcast rund um Mensch, neue Arbeitswelt und Führung. Wir sprechen mit denen, die sich selbst und andere durch Zeiten des Umbruchs führen. Darunter Manager, Unternehmerinnen, Autoren, Coaches, Wissenschaftlerinnen und andere Vordenker. Persönlich. Unterhaltsam. Aufschlussreich. Handelsblatt Rethink Work finden Sie auf allen relevanten Podcast-Plattformen - und natürlich hier auf der Handelsblatt-Website. Jetzt reinhören: 14-tägig mit Kirsten Ludowig und Charlotte Haunhorst aus der Handelsblatt-Chefredaktion.
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Stefanie Stahl: „Ein guter Ratgeber hilft besser als eine schlechte Therapie“
28/10/2021 Duração: 42minEs fällt dir schwer, Aufgaben an Kollegen abzugeben? Du verharrst in einem Job, der dich langweilt und sitzt Konflikte mit der narzistischen Chefin lieber aus, als sie anzusprechen? Du fragst dich, wie du mit Misserfolg besser umgehen kannst? Psychologie-Ratgeber, Podcasts und Youtube-Therapeuten bringen Licht in den dichten Wald der Emotionen und erleben gerade einen regelrechten Boom. Vor allem in der Pandemie sind sie für viele Menschen zu einem "akustischen Antidepressivum" geworden. Expertin Stefanie Stahl gehört dazu - die Diplom-Psychologin und Autorin ist Deutschlands bekannteste Psychotherapeutin. Seit über fünf Jahren hält sich ihr Buch “Das Kind in dir muss eine Heimat finden” auf der Spiegel-Bestsellerliste. Mehr als 1,8 Millionen Exemplare sind verkauft, der Ratgeber wurde in mehr als 30 Sprachen übersetzt und ist für viele Menschen ein echter Rettungsanker. In ihren millionenfach abgerufenen Podcasts So bin ich eben und Stahl aber herzlich verhandelt sie große Fragen und kleinere Alltagsprob
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Insa Klasing: „Wer mehr als zwei Stunden am Tag führt, ist übergriffig“
14/10/2021 Duração: 49minFrüher managte Insa Klasing die Fast-Food-Kette Kentucky Fried Chicken (KFC). Nun macht sie mit ihrem eigenen Start-up TheNextWe aus anderen gute Chefs. Warum sie das kann? Zweimal in ihrer Karriere musste sie unfreiwillig lernen, zu delegieren und ihren Führungsstil radikal anzupassen. Das erste Mal im Jahr 2016. Damals war Insa Deutschlandchefin von KFC und brach sich bei einem Reitunfall beide Arme. Sechs Wochen konnte sie nicht ins Büro, verbrachte die Zeit im Krankenhaus und der Reha. Danach konnte sie erstmal nur für nur zwei Stunden am Tag zurück - für sie als Workaholic der Horror. Vier Jahre später, im März 2020, steckte sich Klasing bei einer Chorprobe in Berlin in der Frühphase der Pandemie mit dem gefährlichen Coronavirus an. Es folgten: eine Lungenentzündung, Nasennebenhöhlenentzündung, Mittelohrentzündung und dann noch ein Krankenhauskeim. „Der Effekt war am Ende, dass ich wirklich innehalten musste.“ Heute sagt die Unternehmerin: „Wer mehr als zwei Stunden am Tag führt, ist übergriffig“. Si
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Marc Wallert: „Positives Denken kann tödlich sein“
30/09/2021 Duração: 52minWenn jemand über Krisen sprechen kann, dann dieser Mann: Der Göttinger Marc Wallert überlebte 140 Tage als Geisel unter Extrembedingungen im philippinischen Dschungel. Mitten im Paradies wurden er und seine Eltern im Jahr 2000 von islamistischen Terroristen entführt und mit 18 anderen Geiseln verschleppt. Psychoterror statt Tauchurlaub. Die Kidnapper waren bis auf die Zähne bewaffnet, drohten mit Enthauptung und forderten pro Geisel 1 Millionen Dollar Lösegeld. Ein Fall, der damals die ganze Welt in Atem gehalten hat, denn die Entführer haben immer wieder Journalisten ins Dschungelcamp gelassen. Bizarr: in unmittelbarer Nähe startete damals die TV-Produktion der Reality-Show “Das Inselduell.” Doch nicht der Dschungel hat den Manager Marc Wallert kaputt gemacht - die grösste Gefahr lauerte im Arbeitsalltag danach. Nur zwei Wochen nach der Freilassung, sitzt er wieder in der Firma und managt internationale Umstrukturierungen. Das geht fünf Jahre lang gut. Dann rutscht der zahlengetriebene High-Performer in ei
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Verena Hubertz: „Wir sind im Parlament kein Spiegelbild der Gesellschaft“
16/09/2021 Duração: 44minHeute sprechen wir mit Verena Hubertz: sie gründet 2014 in Berlin die bekannte und preisgekrönte Koch-App Kitchen Stories. Eine Online-Plattform mit idiotensicheren Schritt-für-Schritt Rezepten und Video-Anleitungen zum Nachkochen. Als Hubertz mit ihrer Mitgründerin Mengting Gao die Idee vor potentiellen Investoren pitchen muss, nimmt sie keiner ernst. Doch die beiden Tech-Gründerinnen lassen sich nicht entmutigen. Sie finanzieren ihre Idee aus der eigenen Tasche und treffen einen Nerv. Heute ist die Food-App in 150 Ländern verfügbar und wurde schon über 21 Millionen Mal heruntergeladen. Sogar Apple-Chef Tim Cook ist ein Fan und hat mit den Gründerinnen schon Pfannkuchen gebacken. 2017 kauft die Bosch-Tochter BSH die Mehrheit der Anteile, heute hält Verena zusammen mit ihrer Mitgründerin noch 25,1 Prozent am Unternehmen und Kitchen Stories ist eines der erfolgreichsten deutschen Start-ups überhaupt. Mit dem Geld könnte sich die 33-jährige Jungunternehmerin auch einen schönen Lenz machen - stattdessen hängt
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Pamela Pabst: „Selbst Mörder können sympathisch sein“
02/09/2021 Duração: 48minPamela Pabst ist die erste von Geburt an blinde Strafverteidigerin Deutschlands. Zu ihren Klienten zählt die Berlinerin Mörder, Hochstapler, Räuber, Dealer und Vergewaltiger. Pamela kommt 1978 im sechsten Monat auf die Welt - sie ist nur 37 Zentimeter lang und 1100 Gramm schwer. Ihr Leben können die Ärzte retten, ihr Augenlicht nicht. Im Brutkasten wird ihr Sauerstoff zugeführt, wahrscheinlich hat der die Sehkraft nahezu vollständig zerstört. Als sie vier Jahre alt ist, kommt sie zunächst auf eine Sonderschule für Blinde und Mehrfachbehinderte. Aber Pamelas Lehrerin merkt schnell, dass sie dort unterfordert ist. So darf sie in eine normale Grundschule, wo sie mit sehenden Kindern aufwächst. Ihr Leben verläuft friedlich, aber auf dem Gymnasium wird es schlimm. Mitschüler kokeln ihren Pony mit einem Feuerzeug an, schneiden ihren Zopf ab, rufen ihr “blindes Huhn” nach, nehmen ihre Sachen weg und verlangen Lösegeld dafür. In dem Moment weiß Pamela schon, dass sie Jura studieren und Anwältin werden möchte - sie
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Rüdiger Striemer: "Für mich hat eine Psychiatrie jeden Schrecken verloren"
05/08/2021 Duração: 37minRüdiger Striemer, erfolgreicher Vorstand der börsennotierten Aktiengesellschaft Adesso, hielt sich immer für stark. Bis er sich, Mitte 40 und auf dem Höhepunkt seiner Karriere, selbst in die Psychiatrie einweist. „Die Situation wurde von Tag zu Tag immer schlimmer, bis ich eines Nachts wach wurde und eine wahnsinnige Panikattacke hatte. Mein Puls und mein Blutdruck waren wahnsinnig hoch. Ich habe am ganzen Körper gezittert, war schweißnass“, erzählt der Top-Manager in der neuen Folge von Handelsblatt Mindshift. „Dann habe ich meine Nachbarin aus dem Bett geklingelt, zu der ich eine sehr freundschaftliche Beziehung habe und wir haben den Notarzt angerufen, der hat mir eine Valium reingehauen hat. Dann habe ich gesagt: Gisela, fahre mich bitte morgen zur Klinik.“ Mitten im Wald lernt er über acht Wochen in der Klinik, was ihn auf diese Talfahrt geschickt hat, woher seine Panikstörungen kommen und dass eigentlich gar nichts Schlimmes daran ist, sich professionell helfen zu lassen, wenn die Seele erkrankt ist. Wi
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Enise Lauterbach: "Als Migrantin fühlte ich mich wie ein Alien"
22/07/2021 Duração: 57minVon der Chefärztin zur Start-up-Gründerin: Mitten in der Pandemie gründet Enise Lauterbach ihr Unternehmen Lemoa Medical. Die Kardiologin konzipiert eine App für Herzkranke Menschen und einen Messenger von Ärzten für Ärzte, der Patienten und Medizinern das Leben leichter machen soll. Enise war bis dahin sehr erfolgreich, sie hatte einen unbefristeten Job - trotzdem gab sie entnervt auf: zu viel Bürokratie, zu viel Pedanterie im Medizinbetrieb. Mit ihrem Start-up setzt sie jetzt alles auf eine Karte und geht unbeirrt ihren Weg, dessen größte Hürde am Anfang ein uraltes Faxgerät gewesen ist. Was die Tochter türkischer Gastarbeiter und zweifache Mutter dazu bewogen hat, in der Corona-Krise ihren Job als Ärztin an den Nagel zu hängen und wie sie die Digitalisierung in der Medizin weiter voranbringen will, erzählt Enise Lauterbach im Interview. Außerdem wollten wir von ihr wissen, wie sie sich selbst motiviert in Momenten, in denen sie Zweifel hat, woher Enise Lauterbach ihren Mut nimmt und wie es sich anfühlt,
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Anna-Lena Hodenberg: „Digitale Gewalt ist die größte Gefahr für unsere Demokratie"
08/07/2021 Duração: 56minHeute gehen wir ins Internet. Es hat uns in den vergangenen 50 Jahren viel Gutes gebracht, aber es kann auch ein ziemlich gewalttätiger Ort sein. Dort wird geschimpft, beleidigt und sogar Mord- und Vergewaltigungsandrohungen werden gepostet – die Menge an strafbaren Hass-Kommentaren, Bedrohungen und Beleidigungen in sozialen Medien wie Twitter, Facebook oder Instagram wächst rasant. Aber auch auf beruflichen Plattformen wie Xing, LinkedIn oder Kununu nimmt digitale Gewalt zu. Besonders im Fadenkreuz der Täter: Menschen, die sich für die Demokratie einsetzen, für Feminismus und gegen Rassismus. Wir möchten herausfinden, was das mit einem Menschen macht, wenn er solche Nachrichten bekommt und was Betroffene dagegen tun können! Vor allem: was sind das für Menschen, die andere im Netz vernichten oder einschüchtern wollen? Was läuft da schief? Dazu haben wir Anna-Lena von Hodenberg in unseren Mindshift Podcast eingeladen. Sie hat 2018 die Organisation HateAid gegründet, die Opfern von Hassrede kostenlos dabei hilf
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Anselm Bilgri: "Die Mitarbeiter sind oft viel kompetenter als der Chef“
24/06/2021 Duração: 43minEr war 30 Jahre lang Benediktinermönch, sogar Prior und Wirtschaftsleiter des weltberühmten Klosters Andechs. Jetzt ist er nicht mehr Teil der römisch-katholischen Kirche und mit einem Mann verheiratet. Als Anselm Bilgri, der mit 21 Mönch wurde, 2005 dem Klosterleben den Rücken kehrte, musste er zum ersten Mal weltliche Dinge erledigen, die andere mit 18 tun: die erste eigene Wohnung mieten, ein Konto eröffnen, im Supermarkt einkaufen und in seiner Heimatstadt München shoppen gehen. In der neuen Folge von Handelsblatt Mindshift sprechen wir mit dem Ex-Mönch über seinen Wandel vom konservativen, marienverehrenden jungen Katholiken zum radikalen Kirchenkritiker. Bilgri arbeitet heute als Unternehmensberater, Speaker und Bestsellerautor. Anselm Bilgri erklärt auch, wieso homosexuellen Paaren in der katholischen Kirche kein Segen erteilt werden darf, Panzern, Landepisten, Kühen, Hunden und Katzen, Feuerwehrautos, Boutiquen und Hotels aber schon. Inzwischen ist Anselm Bilgri zur alt-katholischen Kirche übergetre
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Peter Tauber: "Wo kommt denn jetzt die Kraft her zum Weiterleben?“
10/06/2021 Duração: 48minPeter Tauber hielt sich jahrelang für unbesiegbar - ein Mann, der ganz lange sein Hamsterrad zum glühen gebracht hat. Der mit 16-Stunden-Tagen, vielen Gummibärchen und wenig Schlaf im Epizentrum unserer Politik wunderbar funktioniert hat. Bis ihm vor drei Jahren, auf dem Zenit seiner Karriere, eine Darmerkrankung den Boden unter den Füßen wegzieht. Peter Tauber, der frühere CDU-Generalsekretär, entkommt nur durch eine Notoperation knapp dem Tod. Für den Arbeitsjunkie eine Zäsur, die nicht nur Auswirkungen auf seinen Lebensstil hat, sondern auch auf seinen Job als Politiker. Sein Selbstbild gerät ins Wanken und Tauber entscheidet, aus dem Polit-Betrieb auszusteigen. Der passionierte Läufer, Historiker und Buchautor kämpft sich wieder zurück ins Leben und weiß, worauf es wirklich ankommt. Sein Learning: Du musst kein Held sein! Aber wie geht es einem Workaholic, wenn er nicht mehr gebraucht wird und der Laden auch ohne ihn funktioniert? Wie hat er im einsamen Berlin seine Seele geflickt, um die Strapazen abe
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Kerstin Hochmüller: „Hierarchien konnte ich noch nie leiden“
20/05/2021 Duração: 38minKerstin Hochmüllers Firma Marantec kennt eigentlich kaum jemand so richtig. Dabei ist vermutlich jeder schon mit einem Produkt des Mittelständlers aus Ostwestfalen in Berührung gekommen. Immer wenn sich ein Garagentor oder eine Parkplatzschranke automatisch öffnet, steckt wahrscheinlich ein Antriebsmotor von Marantec dahinter. Marantec, das ist die Kurzversion für Marienfelder Antriebstechnik, ein Ortsteil der Stadt Harsewinkel, wo die Firma 1989 gründet wurde und ihren Hauptsitz hat. Das klingt abgelegen und einsam, aber dort hat auch der Landmaschinenhersteller Claas seinen Sitz, was Harsewinkel den offiziellen Namenszusatz “Mähdrescherstadt” eingebracht hat. Genau hier wagt Kerstin Hochmüller den Spagat zwischen westfälischer Beharrlichkeit und moderner Unternehmenskultur. Seit sie die Geschäftsführung 2015 von ihrem Mann und Firmengründer Michael Hörmann übernommen hat, krempelt sie das Traditionsunternehmen einfach mal auf links. Ihr Motto, das sie sich auch in ihr LinkedIn-Profil geschrieben hat: “Super